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Traditionelles Taekwon‑Do

Kampfkunst: tödliche Selbstverteidigung & Gesundheitssport

[🥋TTKD]   [👊GM Kwon / KJH-TKD]   [🚑Erste Hilfe]

Inhaltsverzeichnis zu JMB's Seite zum Traditionellen Taekwon‑Do


Bedeutung des Wortes Taekwon‑Do

Der Weg von Fuß und Hand ist also nicht gemeint: die Technik und das Bemühen ist Mittel, nicht Ziel.
Da Do, die Lehre, der wichtigste Bestandteil ist, schreibt man im Traditionellen immer Taekwon‑Do, was als Kampfkunst gedeutet werden kann.
Taekwondo ist hingegen ein Begriff des Kampfsports, in dem der Wettkampf im Vordergrund steht, nicht mehr das eigene, geistig / physisch / seelische Wachsen.

Ursprung des Taekwon‑Do


Richtungen:  Traditionell ⇄ Modern

Das Taekwon‑Do erscheint nicht als eine klar definierte Kampfkunst mit festen Regeln und Begriffen, sondern es gab immer unterschiedliche Interpretationen und natürlich auch Weiterentwicklungen (speziell auch im Traditionellen Taekwon‑Do).
Aus den Kwans (Schule/Clan – speziell Oh-Do-Kwan, bzgl. verwendeter Begriffe mit der ITF [beide von General Choi, Hong Hi, 09.11.1918-15.06.2002, gegründet] gleichzusetzen, und Ji-Do-Kwan, analog zur WTF) haben sich unterschiedliche Richtungen gebildet – trotz der Bemühungen, eine Vereinheitlichung zu erreichen.
Diese unterschiedlichen drei Richtungen:
  1. Traditionelles Taekwon‑Do (👊KJH-TKD, UTF, CTKD)
  2. World Taekwondo (Federation) (WTF bzw. [nach Juli 2017] WT: olympisch, modern, Wettkampfsport)
  3. International Taekwon-Do Federation (ITF  inkl. ICTF und GTF)
verwenden unterschiedliche Fachausdrücke – und hier soll der Fokus auf dem Traditionellen Taekwon‑Do liegen (identisch mit der Anfangsphase der ITF / Oh-Do-Kwan bis Anfang der 70-er Jahre und damit dem härteren militärischen Training als wahre Selbstverteidigung).

Bestandteile 

[vgl. Begriffs-Unterkapitel zu den Bestandteilen des Taekwon-Do]

Allgemeines 

Verteidigung und Angriff: Kampf

 ) Nicht kämpfen zu müssen ist für einen Kampfkünstler das Ziel. Dafür wird trainiert, nicht um jemanden zu töten (dies ist leichter, als jemanden am Leben zu erhalten; dies schmälert nicht den Wert des Lebens – im Gegenteil – dies macht es nur noch kostbarer).
Diese Vermeidung von Schwierigkeiten werden schon seit jeher kleinen Kindern beigebracht:
Nicht in fremde Autos steigen, nicht die Haustür öffnen (vgl. Märchen der 7-Geislein), um gewisse Menschenmengen eher einen Bogen machen, keine einsamen Abkürzungen nehmen, lieber in einer Gruppe unterwegs sein, sich nicht provozieren lassen, selbstbewusst auftreten, bei Vorahnung einer Gefahr die Nähe von beschützenden Erwachsenen (Polizei, Lehrer, etc.) suchen, bei einem Angriff sofort aus vollem Halse um Hilfe rufen.
Solche Tipps sind auch für Erwachsene nicht abwegig.

Atem und Kampfschrei

Graduierung 


Begriffe – koreanische Fachausdrücke

① Zahlen  {Numbers}

Hah-Na/Hana (jap. Ichi/Sho)1      Yul Hana (jap. Ju-Ichi) 11      Il1. {1st}
Dool/Dul (jap. Ni)2      Seumool (jap. Ni-Ju)20      I2. {2nd}
Seht/Set (jap. San)3      Soreun (jap. San-Ju)30      Sam 3. {3rd}
Neht/Net (jap. Shi/Yon)4      Maheun (jap. Shi-Ju)40      Sa 4. {4th}
Dah Sut/Da-Sut (jap. Go)5      Sheen (jap. Go-Ju)50      Oh 5. {5th}
Yuh Sut/Ju-sut (jap. Roku)6      Yesoon (jap. Roku-Ju)60      Yuk 6. {6th}
Eel-Khohp/Il-Kup (jap. Shichi/Nana) 7      Ilheun (jap. Shichi-Ju)70      Chil 7. {7th}
Yu-Dul/Ju-Dul (jap. Hachi)8      Yudoon (jap. Hachi-Ju)80      Pal 8. {8th}
Ah-Hohp/Ahup (jap. Kyu/Ku)9      Aheun (jap. Kyu-Ju)90      Ku 9. {9th}
Yul (jap. Ju)10      Bak (jap. Hyaku)100      Sib 10. {10th}
Yong/Kong (jap. Rei/Zero)0      Chon (jap. Sen)1000      I-Sib 20. {20th}
Die normalen Zahlen entstammen dem koreanischen System, das ebenfalls verwendete sinokoreanische System dient meist als Ordnungszahl  (und bei Geld).

② Bestandteile des Taekwon-Do  {Main Parts of TKD}

Cee Soo/Chae Cho Gymnastik / Dehnung {workout, incl. stretching}
Hyong [ITF: Tul]   <WTF: Poomse: Palgue & Taeguk> (jap. Kata) Form {-enlauf} {pattern / form}
Kyek-Pa (jap. Tameshiwari) Bruchtest {breaking/destruction}
Hosinsul <WTF: Hoshinsul> Selbstverteidigung {self defense}
Taeryon [ITF: Matsogi]   <WTF: Kyorugi> (jap. Kumite) Partnertraining / Kampf {sparring}
   Sambo Taeryon <WTF: Sebon Kyorugi> Dreischrittkampf {3-step sparring}
   Ibo Taeryon Zweischrittkampf {2-step sparring}
   Ilbo Taeryon <WTF: Hanbon Kyorugi> Einschrittkampf {1-step sparring}
   Panjayu Taeryon {freier} Einschrittkampf  (nun auch Angriffsart des Partners frei) {1-step sparring with free attack method}
   Yak Sok Taeryon abgesprochener Kampf {arranged sparring}
   Chayo Taeryon <WTF: Jayu Kyorugi> Freikampf {free-style sparring}
Ilon Theorie {theory}
(jap. Mondo / Dokusan) regelmäßiges Gespräch Meister - Schüler (mehrere / einzelner) [Brücken von Herz zu Herz] {conversation master – student}

Allgemeine Bezeichnungen  {General Terms}

Nim respektvolle Anrede, ähnlich Herr {Mister  (i.e. with respect)}
Sahbum-Nim (jap. Shihan / Hanshi; chin. Sigung) Großmeister Großvater (ab 5. Dan) {Grandmaster}
Es wird beispielsweise als Anrede benutzt, z.B. Kwon-Sahbum-Nim als Anrede für Großmeister Kwon.
Kyosah-Nim (jap. Sensei; chin. Sifu; ind. Guru) Meister Vater / Lehrer  (1.-4. Dan) {Master / Instructor}
Sunbae-Nim (jap. Sempai) fortgeschrittener Schüler {advanced student}
Jaeja (jap. Deshi) Schüler {student}
Dojang / Do-Jang (jap. Dojo; chin. Kwoon) Schule / Trainingsfläche {practicing hall}
Kwan Schule / Clan {school}
Sooryon Lehrgang {course of instruction}
Dobok (jap. Dogi / Keikogi) Kampfanzug {practice suit / TKD uniform}
Sang-I [ITF: Jeogori] Jacke {shirt}
Ha-I [ITF: Baji] Hose {pants}
Ty (jap. Obi) Gürtel  (vgl. Graduierung) {belt}
Dan Meistergrad / Schwarzgurt  (1.-7.|9.|10. Dan) {black belt rank}
You Dan Ja Dan-Träger  (1.-7.|9.|10. Dan) {black belt person}
Kup Schülergrad / Farbgurt  (10.-1. Kup) {colour belt rank}
You Kup Da Kup-Träger  (10.-1. Kup) {colour belt person}
Kihap <WTF: Gihap> (jap. Kiai) Kampfschrei (er entsammt nicht der Kehle, sondern dem Bauch: Ha Bog Bu) {yell}
Ha Bog Bu (jap. Hara; chin. Dan-Tien / Dantian) innere Mitte / Energiezentrum (in der Mitte 4 Finger unterhalb des Bauchnabels bei Koreanern wie Chinesen, bei Japanern etwas höher) {energy center}
Sibum Demonstration {demonstration}
Simsa Test, Prüfung {exam}
Bae Sim | Bu Sim | Ju Sim Kampfleiter | Punktrichter | Hauptkampfrichter {referee}
(jap. Uke) Gegner / Leidender {attacker}
(jap. Tori) Verteidiger / Ausführender {defendant}
Saju Kreuz {4-directions}
Kupso Vitalpunkte {vital spot}
<WTF: Ho Gu> Brustpanzer {chest protector}
Dan Ryon Dae (jap. Makiwara) Schlagpratze / -pfosten  (zur Abhärtung) {padded punching board}
Bop Kunst {art}
Ne / Ye (jap. Hai) Ja {Yes}
Anio (jap. Chigau / Chigaimasu) Nein {No}
Annyong Haseyo Hallo / Guten Morgen|Tag|Abend {Hello}
Annyonghi H{a|e}seyo Auf Wiedersehen (wenn man selbst|der andere zurückbleibt) {Good Bye}
Hwan Yung Hamnida Willkommen {Welcome}
Mian Hamnida Entschuldigung {Sorry}
Kamsa Hamnida Danke {Thank you}
Chon Ma Neyo Keine Ursache {You're welcome}
Shim Shin Tallyon Körper und Geist trainieren  (wörtlich: Herz – Geist – Übung) {training for body and mind}

④ Kommandos  {Commands}

Cha-Jut / Cha Ryut (jap. Yoi) Achtung! {Attention}
Gukkiye Daiyo Zu der / den Landesflagge{n} {To the flag{s}}
Kyung Ye (jap. {Ni} Rei) Verbeugen / Gruß! {Bow}
Chunbi / Junbi fertig machen, vorbereiten {Ready}
Sijak (jap. Hajime) Beginne! {Start}
Go Mahn / Guman (jap. Yame) Ende der Übung {Stop}
Paro Zurück zur Startposition {Return}
Dolra / Tiro-Tora (jap. Mawate) Kehrtwendung {Turn around}
Gallyo / Kalyo trennen, unterbrechen {break, stop action}
Kezo  (Gyesok) weiter, weiterkämpfen {Continue}
Haesan Entlassen / Setzen {Dismiss}
Dobok Danjong Kampfanzug richten {Fix uniform}
Shee Gon Zeit zu Ende {End of Time}
Song gewonnen {won}
Baeksong Sieger Weiß {winner white}
Hongsong Sieger Rot {winner red}
Chongsong Sieger Blau {winner blue}
Bikim  (Musung) Unentschieden {draw}

⑤ Ausführende Körperteile  {Parts of the Body}

Kwon [ITF: Joomuk]   (jap. Ken / Seiken) Faust {fist}
Son (jap. Te) Hand {hand}
Sondung Handrücken {back hand}
Sonbadak Handballen {palm}
Pandalson Bogenhand  (greifen zum Kehlkopf) {arc-hand}
Gomson Bärenhand  (alle Finger fest nach innen gebeugt) {bear hand}
Sudo [ITF: Sonkal]   <WTF: Hansonal> (jap. Shuto) {Außen-} Handkante {knife-hand}
Yok Sudo [ITF: Sonkal Dung]   (jap. Haito) Innenhandkante {reverse knife-hand}
Kwan Su Fingerspitzen {spear hand}
Rikwon / Dung Chu Mu [ITF: Dung Joomuk]   Faustrücken {backfist}
Pen Kwan Su kurze Faust {four knuckle fist}
Pen Kwan Langfaust  (Knöchel der zweiten Fingerglieder)
Yukwon [ITF: Me Joomuk]   Seitenfaust / Kleinfingerfaust {hammer fist}
Sonmok Handgelenk {wrist}
Inji / Ilji (jap. Ippon Ken) Zeigefinger-Knöchel {fore-knuckle}
Chungji [ITF: Joongi]   (jap. Nakadaka Ken) Mittelfinger-Knöchel {middle knuckle}
Umji Daumen  {-Knöchel} {thumb {knuckle}}
Pal (jap. Wan) Arm {arm}
Palmok Arm, Unterarm {forearm}
An Palmok Innenseite des Unterarms {inner forearm}
Pakkat Palmok Außenseite des Unterarms {outer forearm}
Palkup / Pal Kup (jap. Empi) Ellenbogen {elbow}
Murup / Moorup (jap. Hiza) Knie {knee}
Changgwon / Batang-Son [ITF: Sonbadak]   (jap. Teisho) Handballen {palm}
Dari Beine {legs}
Bal Fuß {foot}
Chokdo [ITF: Balkal]   (jap. Sokuto) Fußschwert / Fußaußenkante {footsword / out side of foot}
Baldung Fußspann {instep of foot}
Ap {Pal} Kumchi (jap. Koshi / Chusoku) Fußballen {ball of foot}
Dwi Pal Kumchi Ferse {back sole}
Balkut Zehen {toes}
Dung Rücken {back}

Technik-Klassen   {Classes of Techniques}

Sogi (jap. Tachikata) Stellung {stance}
Makki [ITF: Makgi] (jap. Uke) Block  (vgl. Verteidigung und Angriff) {block}
Soo Gi (jap. Te/Ude Waza) Handtechniken {hand techniques}
   Tulki <WTF: Chirugi> {Finger-} Stich {thrust}
[ITF: Ghutgi] Schnitt {{cross-}cut}
   Chirugi <WTF: Jirugi> (jap. Tsuki) {Faust-} Stoß {punch}
   Taerigi <WTF: Chigi> (jap. Uchi) Schlag {strike}
Jok Gi (jap. Ashi Waza) Fußtechniken {foot techniques}
   Chagi [ITF: Cha Busigi] (jap. {Geri} Keage) {Schnapp-} Fußtritt, Kick {snap kick}
   {Cha} Ol{l}igi (jap. {Geri} Kekomi) Beinschwung {rising kick}
Pihgagi Ausweichen {dodging}
Paegi Befreiungstechnik {freeing technique}
Pang′ogi / Bang Eo Gi (jap. Uke Waza) Verteidigungstechnik {defencive technique}
Konggyokki / Gong Gyuk Gi Angriffstechnik {attacking technique}

>⑦ Richtungsangaben / sonstige beschreibende Zusätze  {Terms of Direction etc.}

Ap (jap. Mae) vorn, vorwärts {front}
Yop (jap. Yoko / Hen) Seit-, seitwärts, seitlich {side}
Tollyo/Dolyo (jap. Mawashi) drehen, rund, halbkreisförmig {turning, round}
Pandae <WTF: Bandae> (jap. Ura) rückwärts, seitenverkehrt, gegenseitig {reverse / opposed / obverse}
Paro <WTF: Baro> direkt, gleichseitig (zur Fußstellung; Bein/Arm vorn) {straight / equilateral}
) Paro / Pandae: Die Seitenangabe der Handtechnik im Vergleich zur Fußstellung – als gleichseitig / gegenläufig bezeichnet – bezieht sich auf das am meisten belastete (und somit voll gebeugte) Bein, was z.B. bei Chongul das vordere, bei Hugul aber das hintere ist; an einem speziellen Beispiel: Chongul Sogi Chungdan Paro Chirugi: Fauststoß auf derselben Seite wie das vordere Bein (das am meisten belastet wird; bei Schritt also eine Seite [Hand und Fuß] nach vorn), Hugul Sogi Hadan Pandae Sudo Taerigi: Handkantenschlag auf der Seite (hier vordere Hand) des vorderen (und weniger belasteten) Beins (Schlag in Bewegungsrichtung bei Drehung über den Rücken) [Vgl. Choi, Hong Hi, 1965, Taekwon-Do, S. 45f: Choi verwies bereits auf den häufig falschen Gebrauch bei Hugul.]
Naeryo (jap. Otoshi) abwärts, nach unten {downward}
Ollio / Yt (jap. Age) aufwärts, nach oben, bogenförmig {upward}
Nopi hoch, nach oben {high}
Kumgang nach oben und unten gleichzeitig  {wörtlich: Berg}
An innen, Innenseite {inner}
Pakkat <WTF: Bakkat> außen, Außenseite {outside}
Anuro von außen nach innen {inward}
Pakkuro von innen nach außen {outward}
Taebi Schutz, schützen, parieren {guarding}
Tymyo / Twimyo / Tymien [ITF: Twigi] (jap. Tobi) gesprungen, im Sprung {jumping}
Dolra gedreht {turning}
Tyjibo / Twijibo umgedreht {upset}
Sewo (jap. Tate) senkrecht, vertikal {vertical}
Chong [ITF: Sun] gerade, aufrecht, senkrecht {straight}
Pyong [ITF: Supyong / Opun] flach, waagerecht {flat, horizontal}
Dyt <WTF: Dwi{t}> (jap. Ushiro) rückwärts, hinten {back}
Ssang [ITF: Sang] doppelt-, zwillings- {twin}
Tu [ITF: Doo] zwei, doppelt {double}
Ssangbang in 2 Richtungen {2 directional}
Jau doppel-seitig {double side}
Kolchyo einhaken {hooked}
Hechyo verkeilen, beiseite schieben {wedging, spreading}
Hullyo peitschend, mit Schwung {flowing}
Duro schaufelartig, schöpfend {scooping}
Gawi Scheren-artig {scissor-like}
Butjaba klammerartig, packend {grasping}
Nullo drücken {pressing}
Miro schiebend / unterstützend {pushing}
Chukyo heben {rising}
Kyocha über Kreuz {X-}
Pandal halbmondförmig {arc}
Mongdungi [ITF: Digutcha] U-förmig {U-shaped}
San W-förmig {W-shaped}
Gutja / Kutcha in Form einer Neun {9-shaped}
Myo kreisförmig {circular}
Tolimyo / Dolmyo Zirkel-, Kreis- {circular}
Moa geschlossen {closed}
Yok umgekehrt {reverse}
Gullo gleitend, rollend {slipping, rolling}
Pihamyo ausweichend {dodging}
Jabi fassend, greifend {grapping}
Dangyo {heran-} ziehend {pulling}
Yonsok in Kombination, zusammenhängend {consecutive}

⑧ Stufen / Angriffsbereiche  {Attacking Zones}

Sangdan [ITF: Nopunde] <WTF: Olgul> (jap. Jodan) oben  (Kopf/Gesicht) {high}
Chungdan [ITF: Kaunde] <WTF: Momtong>   (jap. Chuan)   Mitte  (Rumpf/Körper) {middle}
Die mittlere Zone geht vom Hals bis zum Nabel (bzw. Ha Bog Bu); das Hauptangriffsziel ist hier der Solarplexus.
Hadan [ITF: Najunde] <WTF: Arae> (jap. Gedan) unten  (Beine/Unterleib)   {low}

⑨ Stellungen  {Stances}

Moa Sogi (jap. Heisoku Dachi) Grundstellung / geschlossene Stellung {closed / feet together stance}
Narani / Chunbi Sogi <WTF: Pyonhi Sogi> (jap. Heiko Dachi) Parallelstellung  (schulterbreit) / Starthaltung {parallel stance}
Chongul Sogi [ITF: Gunnun So] <WTF: Ap Gubi> (jap. Zenkutsu Dachi) Vorwärtsstellung / lange Stellung {walking stance}
Natchwo Sogi [ITF: Natscha / Nachuo So] <WTF: Ap Gubi> tiefe Vorwärtsstellung {front stance}
Hugul Sogi [ITF: Niunja So] <WTF: Dwit Gubi> (jap. Kokutsu Dachi) Rückwärtsstellung / kurze / L-Stellung {back L-stance}
Sujik Sogi [ITF: Sujik So] hoher kurzer Schritt, L-Stellung
Kojong Sogi [ITF: Gojung So] fester Stand / weite L-Stellung {fixed stance}
Kima Sogi [ITF: Annun So] <WTF: Juchum Sogi> (jap. Kiba Dachi) Reiterstellung / Sitz- / Seitwärtsstellung {sitting / horse-riding stance}
Sasson Sogi versetzte Reiterstellung {diagonal stance}
Dytpal Sogi <WTF: Bom Sogi> (jap. Neko Ashi Dachi) kurze Kampf- / Vorwärtsstellung (vorderer Fuß nur Fußballen-Auflage) {rear foot /  cat/tiger stance}
Dora Dytpal Sogi kurze Rückwärtsstellung
Kyocha Sogi <WTF: Goa Sogi> (jap. Kosa Dachi) Überkreuzstellung {X / cross legged stance}
Goburyo / Oebal Sogi Beugehaltung (einbeinig – Fußtritt vorbereitend) {bending ready stance}
Hakdari / Uebal Sogi [ITF: Waebal So] (jap. Tsuru Ashi Dachi) einbeiniger / {Kranich-} Stand {crane stance}
Mikulgi Gleiten {slip}

⑩ Blöcke  {Blocks}

Hadan Pakkat Palmok Paro Makki <WTF: Arae Makki> Tiefblock {low block}
Chungdan An Palmok Yop Makki <WTF: Momtong An Makki> Mittelblock / Block mit innerem Unterarm {midsection block}
Sangdan / Chukyo Makki <WTF: Olgul Makki> Hochblock / Obenabwehr / Aufwärtsblock  (Kopfabwehr) {head block}
Chungdan Sudo Taebi Makki halbhoher (Außen-) Handkanten-Schutzblock {double knife hand middle block}
Tu An Palmok Makki Innenunterarm-Doppelblock  (2. Arm unterstützt 1.) {double inner forearm block}
Palmok Taebi Makki Armschutzparade {forearm guarding block}
Tolimyo Makki Kreisblock {circular block}
Miro Makki schiebender Block {pushing block}
Nullo Makki Druckblock {pressing block}
Mongdungi Makki U-Form-Block  (asiatische Stockabwehr) {U-shape block}
San Makki W-Block {W-shape block}
Gawi Makki Scherenblock {scissors block}
Kyocha / Otgoro Makki Kreuzblock {X-block}


Hintergründe 

Bedeutung von Mu Do / Bu Do und dem wahren Kern einer Kampfkunst

Die Unterschiede in der Ausrichtung einer Kriegskunst verdeutlichen die beiden Begriffe Bujutsu (Kriegs-, Militär-Kunst, -Technik), der Oberbegriff der reinen Kampftechniklehre, das die Effizienz nach außen als Priorität hat, und Budo, das eine auf das Innere des Übenden abzielende Tätigkeit darstellt. Erstere betont das Überleben im Krieg und damit ein notwendiges Streben, der Bessere und Schnellere zu sein. Letzteres die Entwicklung des gesamten Menschen, das letzten Endes das Überleben eher sichern kann als die Fixierung auf das Töten bzw. den Wettkampf. Es ist kein Wunder, dass sich Budo in der vergleichsweise friedlichen Edo-Periode (1603 - 1868, benannt nach der damaligen Hauptstadt Edo, dem heutigen Tokio) entwickelte.
Neben Unterschieden in den verschiedenen Kampfkünsten findet man immer auch Bindeglieder – auch über nationale Grenzen hinweg. So streben alle Do-Systeme, zusammengefasst unter dem Namen Mu-Do (Mu = Kampf, Do = Weg; Sammelbegriff für die koreanischen Kampfkünste, wie z.B. Taekwon‑Do, Hapkido, Gumdo und Taekyon [Musul – Kampftechnik, Muye – Kampfkunst {Ye = Kunst}]; Bu-Do ist der entsprechende japanische Ausdruck), wie das Taekwon‑Do zum höchsten Ziel, dem Erreichen des Satori (als Gefühl der Leere, vielleicht besser der direkten Verbindung mit allem Leben oder auch als innere Ruhe durch völlige Klarheit zu beschreiben). Wenn auch das Ziel gleich ist, sind die äußeren Mittel zu dessen Erreichen unterschiedlich (beim Kyudo ist es das Bogenschießen, bei Kendo die Technik des Schwertes oder Stockes, beim Ju-Do werden Wurftechniken angewandt, bei Aiki-Do Dreh- und Wendetechniken, bei den Brüdern Taekwon‑Do (Korea), Karate-Do (Okinawa/Japan) und Kuon-Tao-Do (Ch'an-Fuah; China) sind es Schlag- und Tritt-Techniken, beim Chado die Kunst des Tee-Trinkens).
Taekwon‑Do entstand in Korea, ist mit dessen Traditionen verwurzelt und bestimmt von der Philosophie und den Ideen des Zen (Son; vgl. Zen-Kunst der Selbstverteidigung. Taekwon‑Do-Karate, 👊Kwon, Jae Hwa).

Spirituelle Grundlagen

1) Taoismus:
Der Taoismus / Daoismus (Lehre des Weges) ist eine chinesische Philosophie (bzw. Religion); hierzu gehören die kosmologischen Vorstellungen von Himmel und Erde, die Fünf Wandlungsphasen, die Lehre vom Qi (Lebens-Energie), Yin und Yang sowie Sam Chae und das Yijing (I Ging), aber auch die Tradition der Körper- und Geisteskultivierung, die mit Atemkontrolle und anderen Techniken wie Taijiquan und Qigong, Meditation, Visualisierung und Imagination, Alchemie und magischen Techniken Unsterblichkeit erreichen wollte.
Zum Ursprung und der Entwicklung des Taoismus sind zumindest drei Meister zu nennen:
1. Huang Di, der Gelbe Kaiser, erster Kaiser (2696 - 2598 v. Chr.) des vereinten China;
2. Lao Tzu / Laozi (Alter Meister), der im 6. Jhdt. v. Chr. gelebt haben soll;
3. Chuang Tzu / Zhuangzi (369 - 286 v. Chr.) war Anhänger von Lao Tzu und setzte sich auch mit dessen Zeitgenossen, dem Ethiker Konfuzius (siehe nächster Abschnitt) und dem Politiker Mo Tzu (490 - 381 v. Chr.), auseinander.

2) Konfuzianismus: 
Der Konfuzianismus gehört neben dem Taoismus (siehe voriger Abschnitt) und Buddhismus (siehe folgender Abschnitt) zu den Drei Lehren. Er prägt seit vielen Jahrhunderten die chinesische Kultur und Gesellschaft und beeinflusst den Alltag in Japan, Korea, Singapur und Taiwan ebenso wie in Vietnam.
Kong Zi, Meister Kung, oder latinisiert Konfuzius wurde 551 v. Chr. in der Stadt Qufu im chinesischen Staat Lu, in der heutigen Provinz Shandong unter dem Namen Kong Qiu geboren – und starb vermutlich im Jahr 479 v. Chr. in seiner Heimat. Ab 496 v. Chr. zog Konfuzius 13 Jahre lang mit seinen Schülern durch die Lande, studierte unter anderem Musik und alte Bräuche. In dieser Zeit soll er auch Lao Tzu getroffen haben, einen weiteren bedeutenden Philosophen des alten China, der als Begründer des Taoismus gilt. Ziel von Konfuzius' Lehren war es, die mythologischen und religiösen Wertesysteme des chinesischen Feudalreiches zu erneuern. Als Ausweg aus dem politischen und sozialen Chaos sah er die Rückbesinnung auf die klassischen Tugenden.

3) Buddhismus: 
Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion, die mit weltweit etwa 375 - 500 Millionen Anhängern die viertgrößte Religion der Erde ist und ihren Ursprung in Indien hat. Vor allem in Süd-, Südost- und Ostasien ist sie verbreitet.
Von den monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) unterscheidet sich der Buddhismus grundlegend. So benennt die buddhistische Lehre weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele. Das, und auch die Nichtbeachtung des Kastensystems (Indien), unterscheidet ihn auch von Hinduismus und Brahmanismus, mit denen er anderseits die Karma-Lehre teilt.
Die Buddhisten berufen sich auf die Lehren des Siddhartha Gautama, der gemäß der Überlieferung 563 v. Chr. zur Welt kam, nach heutigem Kenntnisstand aber möglicherweise etwa ein Jahrhundert später in Nordindien lebte. Nach der Überlieferung wurde er mit 16 Jahren mit Yasodhara vermählt, brach kurz nach der Geburt seines einzigen Sohnes Rahula mit 29 Jahren auf und lebte 6 Jahre als Asket, folgte dann seinem eigenen Weg und erreichte in seinem 35. Lebensjahr die vollkommene Erleuchtung (Bodhi) unter einem Baum am Ufer des Neranjara-Flusses. Hiernach lehrte er 45 Jahre seinen Weg (hier sind der Edle Achtfache Pfad sowie die Vier Edlen Wahrheiten zentral) und verstarb im Alter von 80 Jahren in Kusinara. Es gibt mehrere Strömungen des Buddhismus, wobei aus dem ab dem 1. Jhdt. n. Chr. existierenden Mahayana sich die drei Richtungen: Amida-, Tibetischer (hierzu gehört auch Gelugpa, deren höchster Trülku der Dalai Lama ist) sowie der Zen-Buddhismus (dem auch Thích Nhất Hạnh angehört und der für die Kampfkünste eine sehr gewichtige Rolle spielt) entwickelten.

Die koreanische Fahne – Tae Geuk Ki  &  die drei Kostbarkeiten – Sam Chae

Die Tae Geuk Ki ist die Nationalfahne von Südkorea (linkes der drei Bilder unten; das zweite Bild zeigt die Konstruktionszeichnung). Sie wurde 1883 offiziell eingeführt. Der Ursprung der Symbole, die auf der Fahne zu sehen sind, liegen im Taoismus.
[Bild der Südkoreanischen Flagge] [Konstruktionsbild der Südkoreanischen Flagge] [Bild von Sam Taeguk]
Im Zentrum befindet sich das Um-Yang (Yin-Yang). Die beiden Tränen des Um-Yang stehen für die beiden Urkräfte, die alles im Universum beeinflussen. Die untere Hälfte Yin (Erde) ist blau und stellt die negativen kosmischen Kräfte dar; die obere Hälfte Yang (Himmel) ist rot und repräsentiert die positiven kosmischen Kräfte. Der im perfekten, ausbalancierten Gleichgewicht geteilte Kreis stellt die absolute Einheit des Seins dar. Die S-förmige mittlere Linie (der sog. Lebenshauch) durchzieht den Kreis und verbindet die Urkräfte des Universums miteinander. In den Ecken der Fahne sind vier Symbole um das Um-Yang angeordnet, die für die vier Elemente stehen:
links oben: Kien (das Schöpferische): Eigenschaft: Stärke, Element: Himmel / Luft, der Vater;
rechts unten: Kun (das Empfangende): Eigenschaft: Hingabe, Element: Erde, die Mutter;
links unten: Li (das Haftende): Eigenschaft: Licht, Element: Feuer, die zweite Tochter;
rechts oben: Kan (das Abgründige): Eigenschaft: Gefahr, Element: Wasser, der zweite Sohn der Familie.
Die Balken / Trigramme in jeder Ecke symbolisieren die Idee von Gegensatz und Gleichgewicht im Universum. Aus den einfachen acht bzw. vier Trigrammen wurden in der chinesischen Tao-Philosophie die vierundsechzig (= 26) Hexagramme, oder Bildzeichen, geformt, die das gesamte Wechselspiel von Yin und Yang in Raum und Zeit darstellen und versinnbildlichen, so wie die Menschen von einer Wandlung der Wirklichkeit in die andere übergehen.
Zudem ist oben als drittes Bild das Sam Chae bzw. Sam Taegeuk gezeigt, das die drei Kostbarkeiten bedeutet – ein weiteres taoistisches Symbol. Gegenüber dem Um-Yang mit Betonung der Dualität und der Harmonie zwischen Himmel und Erde ist Sam Chae die Erweiterung auf drei: Himmel und Erde und dazwischen der Mensch, dargestellt durch drei Tropfen die wieder einen Kreis bilden. Es steht auch für den Kosmos im Kleinen: Mann, Frau und Kind bilden eine Familie. Wie an einigen Stellen dieses Buches kommt 3 als Glückszahl häufig vor, so dass diese magische Dreiteilung auf vieles, auch im Taekwon‑Do, angewendet werden kann.
[Siehe auch Wikipedia: Die südkoreanische Flagge.]

Die koreanische Schrift – Hangul

Die koreanische Sprache wird weltweit von etwa 78 Millionen Menschen gesprochen. Geschrieben wird sie fast ausschließlich mit der eigenen Schrift Hangul (Han – Sino-Koreanisch: groß / koreanisch, G{e}ul – Koreanisch für Schrift; der Name wurde von Ju Sigyeong 1912 eingeführt), gelegentlich kommen auch chinesische Schriftzeichen, die sogenannte Hanja, zur Anwendung. Die chinesische Schrift wurde auch vor der Einführung des Hangul in Korea verwendet, ist allerdings nicht besonders gut zur Wiedergabe der koreanischen Sprache geeignet. Hangul ist eine 1446 n. Chr. im Auftrag von König Sejong dem Großen (en; vgl. 19. Hyong) entwickelte Buchstabenschrift (aus anfänglich 17 Konsonanten- und 11 Vokalzeichen); es handelt sich bei dieser weder um eine logografische Schrift wie bei den chinesischen Zeichen noch um eine Silbenschrift wie die japanische Hiragana oder Katakana. Jedes Zeichen dieser Schrift steht für eine Silbe und besteht aus mindestens zwei und bis zu vier Teilen, die jeweils wiederum für einen der 24 Buchstaben stehen. Diese Buchstaben oder Jamo (Mütter der Schriftzeichen) bzw. Natja kann man in 14 Konsonanten oder Jaeum (Kinderlaute) und 10 Vokale oder Moeum (Mutterlaute) einteilen – mit den 27 zusammengesetzten Buchstaben {5 Doppelkonsonanten, 11 komplexen Konsonanten und 11 zusammengesetzten Vokalen} kommt man dann auf insgesamt 51 Jamo. Diese werden aber nicht einfach von links nach rechts nebeneinander gereiht wie im lateinischen Alphabet, sondern die Jamo werden wie zuvor angedeutet in Blöcken zu den Silben gruppiert: Die Silbenzeichen ihrerseits werden entweder horizontal von links nach rechts oder von oben nach unten in Spalten von rechts nach links angeordnet. So setzt sich das Wort Taekwon‑Do wie folgt zusammen:
[Bild Jamo T]+ [Bild Jamo ae]= [Bild Zeichen Tae]        [Bild Jamo K]+ [Bild Jamo wo]+ [Bild Jamo n]= [Bild Zeichen Kwon]        [Bild Jamo D]+ [Bild Jamo o]= [Bild Zeichen Do]
T+ae=Tae   K+wo+n=Kwon   D+o=Do  
Im Unicode, der international alle Schriftzeichen für Computer definieren soll, wurden die Hangul Jamo (Bereich: U+1100 - U+11FF) sowie die ganzen Silben für Hangul (Bereich: U+AC00 - U+D7A3) reserviert.
Da Hangul sehr logisch aufgebaut ist und gut an die koreanische Aussprache angepasst ist, gilt sie als leicht erlernbar – Gelehrte bezeichneten sie ursprünglich verächtlich als Morgenschrift, da sie – im Gegensatz zur chinesischen Schrift – an einem Morgen erlernbar sei. Realistisch sollen ca. drei Tage sein.
Die Transkription von Hangul in die lateinische Schrift erfolgt nach zwei Systemen:
die McCune-Reischauer-Romanisierung (erschaffen durch George M. McCune und Edwin O. Reischauer im Jahre 1937; sie lieferte Táekwǒndo), die in einer leichten Variation in Nordkorea angewandt wird (und in einer Variante 1984 - 2000 auch in Südkorea), sowie
die Revidierte Romanisierung (entwickelt von der Nationalen Akademie der Koreanischen Sprache ab 1995 und vorgestellt am 07. Juli 2000 {u.a. nur noch lateinische Buchstaben, keine Akzente und Apostrophe mehr}; sie lieferte Taegwondo; beides wird für den Namen nicht verwendet), die seit dem Jahr 2000 in Südkorea als offizielle Umschrift gilt. Die Tatsache, dass beide Umschriften nach wie vor verwendet werden, kann bei Ausländern zu Verwechslungen führen. Dies betrifft natürlich ebenfalls die Schreibweise der Begriffe im Taekwon‑Do.
Ich versuche an dieser Stelle (wie in meinem Buch Traditionelles Taekwon‑Do nach Kwon, Jae‑Hwa – Einführung und Übersicht; vgl. Eintrag in der Literaturliste unten), eine Schreibweise durchzuhalten, die konsistent und am ehesten mit den Publikationen von 👊Großmeister Kwon und anderen Großmeistern der ersten Stunde übereinstimmt. Auch wenn es hier schwerlich ein Richtig oder Falsch gibt, kann ich das Zurückziehen auf die Romanisierung nicht verstehen. Zunächst wurde eher die McCune-Reischauer-Romanisierung verwendet {hiernach würde 👊Großmeister Kwon als Kwon Chae-Hwa geschrieben}, während die neuere Revidierte Romanisierung von der WTF verwendet wurde {hiernach wäre die Schreibweise Gwon Jae‑Hwa}. So verwende ich im Verlauf z.B. die Schreibweisen Paro  (statt Baro) oder Dytpal  (statt Dwit-bal), was ich für das Traditionelle Taekwon‑Do für eindeutig angemessener halte.

Häufig gestellte Fragen und deren Antworten

➩ Was für Vorteile hat Taekwon‑Do für mich?
Im Taekwon‑Do wird nicht nur die körperliche Fitness trainiert, sondern hier wird vielmehr der gesamte Körper beansprucht und Koordination, Kraft, Schnelligkeit, Flexibilität sowie Ausdauer trainiert. Taekwon‑Do hilft außerdem beim 💔Stressabbau, fördert die Disziplin, den Respekt und das Selbstvertrauen.

➪ Wer kann Taekwon‑Do lernen?
Jeder! Egal ob Frau oder Mann, jung oder alt, es kann wirklich jeder Traditionelles Taekwon‑Do erlernen. Es gibt keine Einschränkung – man muss nicht besonders gelenkig oder kräftig sein. Man muss nur lernen wollen, das ist wirklich alles!
Hierzu möchte ich hinzufügen, dass zwar der Meister deutlich mehr gefordert ist, wenn die Fähigkeiten der Übungsgruppen stark auseinander gehen, dies aber mit Erfahrung, Geduld und Hingabe sehr wohl dem Meister wie auch der Gruppe zum Vorteil gereicht. Jeder lernt, indem er anderen etwas beibringt bzw. als Ranghöherer als Vorbild fungiert, Schwächen werden nicht unter den Teppich gekehrt sondern man arbeitet mit der Hilfe anderer daran – im Taekwon‑Do lacht man mit anderen und nicht über andere und freut sich über erreichte Leistungen anderer wie von sich selbst. Man steht nicht mit anderen, sondern mit sich selbst im Wettstreit. Das Fehlen von Ausgrenzung (d.h. Inklusion) muss auch vor Behinderung nicht halt machen; auch wenn im Taekwon‑Do der Körper in Gänze eingesetzt wird, können auch z.B. Personen mit geistiger Behinderung oder auch Personen ohne Arme begeistert als vollwertige Mitglieder trainieren.

➫ Was ist für ein erstes Training nötig?
Für ein Probetraining (diese werden meist kostenlos angeboten, siehe Webseite des nahegelegenen Dojangs) sind Jogginghose und T-Shirt ausreichend (inkl. Wäsche zum Wechseln, Handtuch, ggf. Duschgel).
Spezielle Schuhe werden nicht benötigt, da barfuß [👣] trainiert wird (dies ist nicht nur der traditionellen Ausübung geschuldet, sondern hat den Vorteil eines sichereren Stands, einer besseren Ergonomie und einer höheren Sensitivität für die Umgebung und trainiert die Fußmuskulatur). Ein der sportlichen Aktivität angepasstes Getränk (z.B. Mineralwasser) ist zu empfehlen.
Für das spätere Training ist ein weißer Taekwon‑Do-Anzug, der so genannte Dobok nötig, den man meist mit der Anmeldung in der richtigen Größe und mit einem weißen Gürtel erhält.

➬ Werden Kinder von Taekwon‑Do aggressiv oder gewalttätig?
Nein! Es ist eher das Gegenteil der Fall!
Traditionelles Taekwon‑Do lehrt Selbstkontrolle und Respekt. Es wird gelehrt, dass die einzig richtige Art, einen Konflikt zu lösen, eine gewaltfreie Lösung ist. Denn es braucht viel mehr Kraft und Selbstbewusstsein, einfach wegzugehen, als sich zu prügeln. Außerdem können die Kinder ihre überschüssige Energie im Training abbauen (auch im frühen Alter, siehe Kindertraining bei Ralf Peter, 7. Dan, Wiesbaden: [TKD-Wiesbaden-Logo]), welche sonst womöglich negativ eingesetzt würde.
Die Kinder lernen Disziplin. Sie müssen sich an die Regeln des Dojangs halten (vgl. [PDF-Icon] TKD-Zusammenfassung: Regeln, Bestandteile und Fachworte). Sie müssen kontinuierlich an ihren Techniken arbeiten, um besser zu werden. Damit lernen sie auch, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Problem zu beschäftigen bzw. sich zu konzentrieren. Es ist daher kaum verwunderlich, dass das Konzept der Schul‑AG (vgl. nächster Punkt) an vielen Schulen und Universitäten Anklang fand und findet (vgl. Info zu Schulprojekten von Klaus Petzold, 6. Dan, Uetersen: [TKD-Uetersen-Logo]).

➭ Eignet sich das Traditionelle Taekwon‑Do als Schul-AG?
Wie bereits zuvor erläutert ist Taekwon‑Do für alle Altersbereiche in vielerlei Weise vorteilhaft, erhält die Gesundheit, kann insbesondere bei Heranwachsenden für eine bessere Lebensqualität im Alter sorgen, vermindert Aggressivität und steigert zugleich die Konzentration auf natürliche Weise.
Mit diesen Punkten zeigt sich das Traditionelle Taekwon‑Do als Gesundheitssport geradezu prädestiniert für den Einsatz an Schulen, um den nötigen Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit zu gewährleisten. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) wandelt sich dabei von einem Zusatzangebot als Ergänzung zum normalen Unterricht (typisch 45 min 1× die Woche) bei den klassischen Schulformen mit zumeist freien Nachmittagen zu einem umfangreichen und notwendigen Unterrichtsbestandteil speziell bei den immer häufiger werdenden Ganztagsschulen, da Schüler hier zumeist 8 Stunden am Stück beschäftigt sind und der Bewegungsdrang folgerichtig in dieser Zeit auch befriedigt werden muss, das der Sportunterricht allein nicht mehr leisten kann.
Zudem entfällt das private sportliche Engagement quasi komplett oder wird durch den engen Terminplan zumindest stark eingeschränkt, so dass die Vereine ihre Angebote an die Schule bringen müssen. Die Schulen bemühen sich mittlerweile ihrerseits aktiv um geeignete Personen für einen solchen ergänzenden Sportunterricht (auf diesem ruht wegen des Gesundheitsaspekts und dem Ausgleich zur wenig jugendgerechten Unterrichtsform das Hauptaugenmerk, auch wenn Angebote in musischem [z.B. wurden Schulbands noch nie in den Unterricht integriert, sondern immer als Zusatz angeboten], naturwissenschaftlichem und in sprachlichem Bereich ebenfalls angeboten werden und wichtig sind).
Wie im vorigen Punkt angedeutet wird bereits an vielen Schulen Traditionelles Taekwon‑Do über eine AG vermittelt (so auch vom Autor seit 2013 bis heute [2018] in AGs, Sportkursen und Projekten). Die Art und Weise, wie im Traditionellen Taekwon‑Do seit über 50 Jahren auch im Dojang Wissen an unterschiedlichste Teilnehmer vermittelt wird und speziell bei Anfängern darauf geachtet wird, dass diese sich nicht schaden und sich nicht nur mitgenommen, sondern einbezogen fühlen, sorgt für sehr geringe Änderungen für die Schulsituation. Die gesunde und natürliche Bewegung im Training kann – ggf. mit der Hilfe von Polizei, Feuerwehr bzw. Rettungsdienst – auch bzgl. des Verteidigungs-Potentials bzw. dem richtigen Verhalten bei Bedrohung wie auch dem Einsatz von Erster Hilfe sinnvoll angereichert werden.
Auch wenn Taekwon-Do eine harte Selbstverteidigung darstellt, steht dies am Ende einer Kette und in einer Schul-AG bzw. einem Schulkurs nimmt die Selbstbehauptung eher die zentrale Rolle ein.
Voraussetzungen: 
Von den Teilnehmern gilt neben dem im 3. Punkt Gesagten (vgl. Was ist für ein erstes Training nötig?) die generelle Teilnahmemöglichkeit am Schulsport. Als Trainingsort (für ein Taekwon‑Do-Schule gelten strengere Bedingungen) benötigt man eine freie Fläche (4-5 m2 pro Person), die zumindest den für Anfänger benötigten Federkomfort besitzt (trainiert wird barfuß, da es die Fußmuskeln aufbaut, die natürliche Bewegung unterstützt und nach kurzer Eingewöhnung einen sichereren Stand ermöglicht). Ideal ist ein Holzschwingboden, es geht auch mit sehr stabilen Matten, einem normalen Turnhallenboden, einer (zeckenfreien – vor allem in südlichen Regionen wichtig) Wiese oder auch am Strand oder Beach-Volleyball-Feld. Zusätzlich können Handpratzen, gepolsterte Targets bzw. ein Sandsack bei den Übungen unterstützend eingesetzt werden.
Trainingszeiten: 
Es sollte regelmäßig (d.h. jede Woche – wenn möglich 2× wegen des Trainingseffekts) erfolgen, wobei 1 Stunde Training gut genutzt werden kann (d.h. eine doppelte Schulstunde).
Ziele: 
Verbesserung der Motorik, des Gleichgewichtsgefühls (Wahren der Kontrolle zu jedem Zeitpunkt), der Flexibilität, der Koordination sowie der Kondition, Visualisierung einer Bewegungsabfolge sowie Ausführung einer komplexen Bewegung auf beiden Seiten, Steigerung des Selbstvertrauens, Erreichen von Ausgeglichenheit, Freude an der Bewegung, Sensibilisierung für Gefahrensituationen, Respekt vor dem Trainingspartner bzw. dem Leben generell.
Übungen: 
Atemtechniken, Dehnungsgymnastik, Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht, Gleichgewichts- und Koordinationsübung allein und mit Partner, erste Techniken (Hand & Fuß) und Kombinationen (zur Verbesserung der räumlichen Orientierung immer auf beiden Seiten bzw. spiegelbildlich ausgeführt), Schlag / Tritt auf ein Target, kleinere Techniken zur Selbstverteidigung.

➮ Weitere Fragen nehme ich per E-Mail entgegen:  📧jmb@jmb-edu.de .


Weiterführende Literatur


Persönlicher Hintergrund

Der Autor ist seit 2002 im Traditionellen Taekwon‑Do als Trainierender und Lernender aktiv und war Schüler bei einigen Meistern und Großmeistern im Umfeld des Traditionellen 👊Kwon, Jae‑Hwa Taekwon‑Dos in Deutschland.
Neben vielen regelmäßigen Trainingseinheiten und -Camps sowie Lehrgängen und Wettbewerben habe ich für den Verband ein Buch geschrieben, bin aktiv seit 2013 auch parallel zum Lehrerberuf mit der persönlichen Weitergabe dieser Kampfkunst beteiligt – ermuntert und begleitet durch mehrere Meister und Großmeister.
Wenn auch für den Verband unüblich wurde mir bereits als später Gelbgurt nahegelegt, Taekwon‑Do weiterzugeben, was ich dann auch ab 2013 als 2. Blaugurt [man sagt auch 3. Kup; seit 10/2012 durch Eckard Schlechtinger, 6. Dan: [TKD-NiFi-Logo]] und nach Absolvieren der Ausbildung zum Übungsleiters-C Breitensport [seit 09/2012; inkl. [PDF-Icon] weiterer Fortbildungen] beim Landessportbund und später zum Übungsleiters-B Sport im Ganztag [DOSB-Lizenz: seit 09/2018; inkl. [PDF-Icon] weiterer Fortbildung] mit Begeisterung und Leidenschaft vorrangig an Schulen als 🥋AG bzw. Sportkurs (teilweise mit Theorie-Unterricht; Schwerpunkt: Selbstbehauptung) anbiete.
Einige Schüler waren 💺bei mir auch im Autogenen Training aktiv, was eine 🎈gute Ergänzung darstellen kann.
Bei Fragen / Problemen mit dieser Seite bzw. meiner Webpräsenz kontaktieren Sie mich bitte:
      E-Mail:  📧jmb@jmb-edu.de
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Erste Fassung:21. Juni 2017
Letzte Änderung: 01. Januar 2020